Verkürztes Konzept trifft auf Zustimmung
Am 27. April 2022 war es soweit – die ersten 13 Teilnehmer schlossen in Darmstadt erfolgreich eine neu strukturierte Ausbildung im Bereich Industrial Engineering ab und erhielten eine Urkunde für ihre Qualifikation als Industrial Engineers mit REFA-Methodenkompetenz.
Die praxisnahe Ausbildung zum Industrial Engineer – basierend auf REFA-Methoden – wurde ab Jahresbeginn kompakter strukturiert.
In nur fünfzehn Tagen kann man die insgesamt sieben Seminare der Ausbildung nun absolvieren. Ein enormer Zeitgewinn im Vergleich zu den 21 Tagen, die zuvor investiert werden mussten, um die begehrte Urkunde zu erhalten – und ein Pluspunkt für alle, die sich schnell und ohne lange Abwesenheit vom Arbeitsplatz für die Zukunft fit machen wollen. Die Ausbildung setzt bewusst auf einen hohen Praxisanteil – in Anlehnung an REFA-orientierte Methodenstandards. Ziel ist es, den Teilnehmern eine solide Basis mitzugeben, die es ihnen ermöglicht, die neu gewonnenen Methoden umgehend in ihren Betrieben umzusetzen. Sofortige Handlungsfähigkeit ist ein entscheidender Faktor, um in unserem schnelllebigen Wettbewerb mithalten zu können.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Gamber und Prof. Dr. Tackenberg wurde den Teilnehmern praxisnah vermittelt, wie Fach- und Führungskräfte dem rasanten unternehmerischen Wandel gerecht werden können. Denn gerade jetzt müssen Betriebe sich mit äußerst anspruchsvollen Herausforderungen beschäftigen, die durch die längst begonnene Digitalisierung und den Einzug der Industrie 4.0 hervorgerufen werden. Die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie schafft vielversprechende Möglichkeiten für eine kundenorientierte Produktion und flexible Lösungen für Prozesse. Dies wiederum birgt ein enormes Wachstumspotenzial, denn die Neuerungen sorgen für eine bessere Effizienz, weniger Kosten und die Einsparung von Ressourcen. Wenn Unternehmen von den Vorteilen des Trends profitieren wollen, müssen sie gut gerüstet sein und sollten nichts dem Zufall überlassen. Es gilt, Veränderungsprozesse nicht nur zu begleiten, sondern sie auch aktiv mitzugestalten.
In den Seminaren erlangten die Absolventen nicht nur Fach- und Methodenkompetenz, sondern lernten auch, wie Chancen und Risiken neuer Entwicklungen einzuschätzen sind und entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden können. Damit sind sie nun in der Lage, Change-Projekte nachhaltig zu begleiten. Wichtige Themen waren auch Management und Führung, die in der Umsetzung von Veränderungsmaßnahmen eine tragende Rolle spielen. Wer Personal- und Projektverantwortung übernimmt, benötigt effiziente Methoden, um Teams bestmöglich zu leiten, zu motivieren und eine gelungene Zusammenarbeit zu gewährleisten.
Einige der Absolventen bereiten sich bereits auf den nächsten Schritt vor: Angestrebt wird eine Abschlussqualifikation im Industrial Engineering mit Anwendung REFA-orientierter Methoden, dokumentiert durch eine 40-seitige Projektarbeit. Hierfür erstellen sie auf Basis der erlernten Methoden einen Projektvorschlag, bezogen auf die Anforderungen des eigenen unternehmerischen Umfelds. Ausschlaggebend für den Erwerb des Titels sind hier unter anderem die Kompetenzen für einen gesamtheitlichen Blickwinkel auf das Betriebsgeschehen und die interdisziplinäre Sichtweise von Aufgaben und Projekten, die unter Beweis gestellt werden. Die Projektarbeit wird wissenschaftlich begleitet und ist eine ideale Vorbereitung auf die Umsetzung von Veränderungsprozessen im Sinne der Unternehmensziele.



Bettina Dirks